Das schwedische FinTech-Unternehmen iZettle hat einen neuen Besitzer: den amerikanischen Bezahldienstleister Paypal. Für 2,2 Milliarden Dollar, umgerechnet also rund 1,9 Milliarden Euro, kaufte das US-Unternehmen nun das schwedische Startup.

iZettle sorgt für Überraschung: Verkauf statt Börsengang

Der Deal kommt überraschend, da iZettle Gründer und Haupteigner Jacob de Geer erst vor wenigen Tagen ankündigte, mit seinem Unternemen an die Börse gehen zu wollen. Nun folge jedoch der schnelle Verkauf. „Die Möglichkeit, ein Teil von Paypal zu werden, war zu gut, als dass man hätte Nein sagen können“, erklärt der Schwede seine Entscheidung. Auch die Bewertung seines Startups und der letztendliche Verkaufspreis spielten in dem Entschluss wohl eine entscheidende Rolle. Vor dem geplanten Börsengang wurde iZettle mit rund einer Milliarde Euro bewertet. Paypal war bereit fast das Doppelte zu zahlen.

Paypal und iZettle: Kreditkartenzahlung auch am Marktstand

Paypal, das seinen Erfolg hauptsächlich auf Online-Zahlungssysteme gründet, kaufte bereits in der Vergangenheit den US-Bezahldienst Square, der auch kleinen Unternehmen oder Privatpersonen die Möglichkeit gibt, dank mobiler Kartenleser, die an das eigene Mobiltelefon angeschlossen werden, Zahlungen durch Kreditkarten anzunehmen. Mit iZettle erwarb der US-Riese nun das europäischen Pendant und damit die Möglichkeit Zahlungen zukünftig auch direkt in einem Geschäft oder am Marktstand anzubieten. Aber nicht nur Zahlungstransaktionen können so einfacher abgewickelt werden. iZettle stattete in Großbritannien auch 16.000 Kirchen mit den mobilen Lesegeräten aus, um eine bargeldlose Kollekte zu ermöglichen.

Bargeldloses Zahlen: iZettle rechnet mit 28 Millionen neuen Kunden

Der Trend zum bargeldlosen Zahlen sorgte bei iZettle für einen enormen Aufschwung. In diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Bezahlvolumen von rund sechs Milliarden Dollar. Mit der Übernahme durch Paypal geht iZettle CEO de Geer, der auch nach der Übernahme das Unternehmen weiterführen wird, davon aus 28 Millionen Kleinunternehmer als potenzielle Kunden zu erreichen zu können. Allein in diesem Jahr schätzt er einen Erlös von rund 165 Millionen Dollar als realistisch ein.

iZettle Verkauf sorgt für Ernüchterung bei den Investoren

Auch wenn der Deal toll klingt, zeigten sich einige iZettle Investoren enttäuscht über den Verkauf. So hatten sich viele Beteiligte der letzten Finanzierungsrunde ein deutlich besseres Geschäft durch einen Börsengang erhofft. Dass dieser nun abgeblasen wurde, sorgte aber nicht nur bei den Geldgebern für Verstimmung. Auch die Stockholmer Börse dürfte den Verkauf an den amerikanischen Giganten kritisch sehen, hatte man doch schon mit dem Börsendebüt des Musikstreaming Dienstes Spotify an der New Yorker Börse ein schwedisches Unternehmen am eigenen Parkett verloren. Die Hoffnung, dass mit iZettle ein international agierendes High-Tech-Unternehmen aufgenommen werden könnte, wurde mit der Übernahme durch Paypal nun zerschlagen.

Bildquelle: iZettle