Der chinesische E-Commerce-Gigant JD.com plant einen europäischen Markteintritt, das verriet jetzt JD.com Gründer und Vorstandschef Richard Liu. Laut seiner Aussage wolle JD.com in naher Zukunft die Erschließung des deutschen Marktes wagen. „Mir geht es nicht mehr nur darum, Produkte von Deutschland nach China zu verkaufen“, erklärt Liu gegenüber dem Handelsblatt. „Ich möchte auch Produkte in Europa verkaufen.“ Bis zum Ende des Jahres soll die Strategie für einen erfolgreichen Markteintritt bereits stehen, denn laut Liu müssen lediglich nur noch einige Details geklärt werden.

JD.com – Deutschland und Europa im Visier

Neben dem Verkauf sollen auch andere Branchen erschlossen werden. So sprach Liu unter anderem von einer Zusammenarbeit mit der Allianz Versicherungsgesellschaft und auch über groß angelegte Logistikzentren, die JD.com bereits in Deutschland aufziehe. Eigene Umschlagplätze für die Waren des Unternehmen sowie einen mögliche Zusammenarbeit mit DHL sieht der Chinese als weitaus bessere Möglichkeit an, als die Dienste deutscher und europäischer Logistikkonzerne zu nutzen.  Des Weiteren sind auch Übernahmen mögliche Schritte, um auf einen Schlag einen größeren Marktanteil zu erlangen. So könnte beispielsweise der Kauf von etablierten Plattformen wie Otto oder gar Zalando dazu beitragen, einen erfolgreichen Einstieg für JD.com zu ermöglichen. Liu bestätigte, dass solche Optionen wohl tatsächlich schon im Gespräch sind. „Ich kann nicht sagen, dass solche Pläne nicht auf dem Tisch liegen. Wenn wir eine gute Chance sehen, dann nutzen wir sie. Wir sind offen.“ so der 44-jährige Unternehmer.

Auch die JD:com Konkurrenz schläft nicht

Aber nicht nur JD.com hat den europäischen Markt im Visier. Auch der chinesische Konkurrent Alibaba, der im letzten Jahr allein an einem Tag einen Mega-Umsatz von 25,3 Milliarden Dollar erwirtschaftete, versucht seit geraumer Zeit den Markteintritt in Europa vorzubereiten, baut Rechen- und Logistikzentren. Sollten die beiden E-Commerce-Riesen auch in Europa einen rasanten Erfolg hinlegen, könnte sich das auch für Amazon deutlich bemerkbar machen. Auch wenn der Umsatz des US-Händlers fast dreimal so hoch ist, wie der, der chinesischen Konkurrenz, könnte Jeff Bezos Amazon mit Umsatzeinbußen zu kämpfen haben.

Bildquelle: JD.com