Bereits vor einigen Jahren rückte sich der Verschlüsselungsexperte Craig Wright mit der Behauptung, er sei der sagenumwobene Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto in den Fokus der Öffentlichkeit. So gab er ein Jahr nach den ersten Spekulationen auf den Online-Plattformen Gizmodo und Wired, die versuchten seine Person und den mysteriösen Urvater des Bitcoins Satoshi Nakamoto in Verbindung zu bringen, an, er habe tatsächlich gemeinsam mit Geschäftspartner David Kleiman die Kryptowährung entwickelt und im Laufe der Zeit bis zu 1,1 Millionen Bitcoins gemind.

Nach dem Tod Kleimans im Jahr 2013 verklagen dessen Erben nun den selbstbetitelten Bitcoin Erfinder auf Schadenersatz in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar. Im Fokus der Anklage stehen Dokumente, die kurz vor Kleimans Tod aufgesetzt wurden und mit denen Kleiman seine Firmenanteile von 50 Prozent an Wright abgetreten haben soll. Besonders brisant ist, dass sowohl eine notarielle Beglaubigung noch ein anderweitiges Echtheitszeugnis für diese Unterlagen vorliegt. Ausserdem unterscheiden sich die vermeintlichen Unterschriften Kleimans signifikant von seinen üblichen und auch auf notariell beglaubigten Dokumenten vorher benutzen Signaturen. Vielmehr ist die fragliche Unterschrift auf den Abtretungs-Dokumenten eine nahezu exakte Variante der computergenerierten Web Font Otto. Ob es sich hierbei um einen dreisten Betrug und Unterschlagung von über 1 Million Bitcoins handelt muss ein Gericht in Florida nun klären.

Craig Wright auf 10 Milliarden US-Dollar verklagt - Anklagepunkt

Beweisführung aus der öffentlichen Anklageschrift.

David Kleinbahn und Craig Wright lernten sich bereits 2003 in einem Forum für Kryptografie kennen. Im Jahr 2008 soll Wright seinen Freud um Mithilfe bei der Veröffentlichung zum Thema ‚elektronisches Geld‘ gebeten haben. In einem 2015 auf Gizmodo veröffentlichen Artikel ist die Rede von einer Mail vom März 2008. Der Inhalt lautet folgendermaßen: „Ich habe an einer neuen Form elektronischen Geldes gearbeitet, Bit Cash, Bitcoin… Du bist immer für mich da Dave. Ich will, dass Du ein Teil davon wirst.“ Der Artikel begründetet die Tasche, dass die Mail zwischen Kleiman und Wright, nur knapp ein halbes Jahr vor der Veröffentlichung des Satoshi Nakamoto Whitepapers „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ im Oktober 2008, ein eindeutiges Indiz sei und die wahre Identität des Bitcoin Erfinders entlarve.

Bereits kurz nach der Entstehung des ersten Bitcoin Blocks am 03. Januar 2009, begannen Klein und Wright mit dem Schürfen der Kryptowährung. Im Februar 2011 gründeten die beiden dann in Florida die Bitcoin-Mining und Software-Development Firma W&K Info Defense and Research LLC mit der sie bis ins Jahr 2013 insgesamt 1,1 Millionen Bitcoins mit einem aktuellen Wert von über 11,4 Milliarden US-Dollar gemind haben sollen.

Nun mit der Anklage im Rücken stellt sich erneut die Frage, ob die Verschwörungstheorien, die Craig Wright als Satoshi Nakamoto enttarnten, wirklich stimmen. Denn auch wenn der Australier einst behauptete, er sei das Gesicht hinter dem Pseudonym Nakamoto, bleibt er einen Beweis bis heute schuldig. Szene-Kenner bestätigen, dass eine Transaktion aus dem Genisis-Block, dem ersten Bitcoin-Block, dessen Private Key sich schlussendlich ja im Besitz des Entwicklers befinden sollte, dem Spuk und den Mythen um die Existenz und die Identität des wahren Bitcoin-Erfinders ein Ende setzen könnte. Ob sich Wright nun doch noch einmal überlegt ob er sich weiterhin mit dem Namen des Bitcoin-Erfinders Satoshi Nakamoto schmücken will, bleibt abzuwarten.

Bildquelle: UNITED STATES DISTRICT COURT SOUTHERN DISTRICT OF FLORIDA