Vor einigen Jahren schossen sie wie Unkraut aus dem Boden: Matratzen-Startups mit hübschen Namen wie Emma, Casper, Bruno und eve – Startups, die mit günstigen Preisen und enormen Schlafkomfort lockten. Nun steht eines davon vor dem Aus: eve zieht sich aus dem europäischen Geschäft zurück.

eve kündigt Rückzug aus dem europäischen Markt an

Das britische Unternehmen verkündet auf seiner Internetseite: „Es tut uns leid, aber wir nehmen nicht länger Bestellungen für Deutschland entgegen,“. Damit ist rund drei Jahre nach der Gründung des Startups der Traum vom großen Erfolg ausgeträumt – zumindest für den Großteil der europäischen Kunden.

In einem Bericht aus dem Juli 2018 kann man die Gründe für den aktuellen Rückzug erkennen. So liegen die aktuellen Umsätze weit hinter Erwartungen des Startups. Auch der Weggang des eve-Mitgründers und CEOs Jas Bagniewski und die Übernahme seines Postens durch Abid Ismail und dessen Vernachlässigung des europäischen Marktes, brachten das Unternehmen Mitte Jahres ins Schwanken.

Nach all den Schwierigkeiten entschied sich das Unternehmen nun den Fokus auf wachstumsstarke Märkte zu legen. Beliefert werden statt der ehemals 15 Länder ab sofort neben Großbritannien lediglich Irland, Frankreich, Belgien, Luxemburg und die USA.

Matratzen-Startup Eve steht vor dem Deutschland-Aus

eve: Von Stiftung Warentest als mangelhaft bewertet

eve konnte bis jetzt rund 22 Millionen Pfund an Investment einsammeln. Unter anderem beteiligten sich DN Capital und der TV-Sender Channel 4 an dem Matratzen-Startup. Das Geld wurde hauptsächlich in Marketingkampagnen investiert.

Ende 2016 gab es dann einen harten Rückschlag. Stiftung Warentest urteilte über die Produkte des Unternehmens „eve ist eine der schlechtesten Matratzen, die die Stiftung Warentest in den vergangenen Jahren getestet hat.“ Mit einer Gesamtnote von nur 4,7 wurde eve als mangelhaft bewertet. Auch der Versuch das Image durch die Verlagerung der Produktion eines neunen Modells nach Deutschland zu verbessern, scheiterte anscheinend.

eve an der Börse: Positive Prognosen verfehlt

Mit dem Börsengang im Mai 2017 wollte das junge Unternehmen brillieren. Noch im Dezember 2017 konnte man ein Allzeithoch von 130,50 Pfund verzeichnen. Doch die Euphorie hielt nur kurz an und der Aktienwert sank kontinuierlich und pendelte sich nach den aktuellen Ankündigungen auf 21 Pfund ein.

Bildquelle: eve