Das Potsdamer LegalTech-Startup Flightright macht sich die aktuelle Krise in der Branche zunutze und schluckt die Konkurrenz-Plattform Flugrecht. Der Service beider Anbieter schützt sich auf die EU Fluggastrechtverordnung 261/2004, die Fluggesellschaften dazu verpflichtet, bei verspäteten oder gar ausgefallenen Flügen dem Gast eine Entschädigung anzubieten. Da dieser Prozess Privatpersonen oft zu mühsam ist, bieten Plattformen wie Flightright, Geld-für-Flug, Fairplane & Co. gegen eine Gebühr von 20-30% die Abwicklung und Überweisung der Rückerstattung unkompliziert und zeitnah an. Nach eigenen Angaben hat Flightright mit diesem Service breite über 150 Millionen Euro für seine Kunden zurückerwirkt.

Flightright hebt trotz schwierige Zeiten für Flugrecht-Startup ab

Vor einigen Wochen berichteten wir bereits, dass die Branche der Flugrecht Startups gehörig in Turbulenzen geriet, als der Bundesgerichtshof im März ein Urteil fällte, nach dem Fluggesellschaften im Fall einer Stornierung oder Verspätung ab sofort nur noch verpflichtet sind, die bereits gezahlten Steuern und Gebühren statt einer tatsächlichen Entschädigungen von bis zu 600 Euro für entfallene oder verspätete Flüge zu erstatten. Damit entfiel für viele, der in den letzten Jahren aus dem Boden geschossenen, Startups der Spielraum, um Gewinne zu erwirtschaften und einige, wie beispielsweise die Plattform TicketRefund, stellten kurz nach dem Urteil ihren Dienste bereits ein. Nun kann spekuliert werden, ob auch Flugrecht aufgrund der drohenden Verluste und Schwierigkeiten zum Verkauf stand.

Flightright will mit X-Right neue Geschäftsfelder erschließen

Neben dem Kauf der Konkurrenzplattform kündigte Flightright nun auch an, dass es seine Geschäftsfelder ausweiten wolle. Mit der in Berlin neu gegründeten Tochterfirma X-Right soll der Service der Potsdamer auch auf andere Anwendungsgebiete übertragen werden. Welche das sind, wollte das Unternehmen jedoch noch nicht verraten.

Mit der Idee auch weitere Bereiche mit ihrem Angebot abzudecken, steht das Team von X-Right jedoch nicht alleine am Markt. Auch die Plattform Geld-für-Flug kündigte vor kurzem an, branchenübergreifend wachsen zu wollen. Bereits im April sah der Geld-für-Flug Mitgründer Phillip Eischet viele Chancen für sein Unternehmen: „Die Diskrepanz zwischen Recht haben und Recht bekommen zu überbrücken, trifft auf viele Bereiche im Konsumentenrecht zu. Unser Plan ist, das, was wir erfolgreich im Flugbereich machen, auf andere Verticals zu übertragen.“. Nun wird also auch Flightright versuchen, diese neuen Märkte für sich zu erschließen.