Im Krypto-Markt ist nichts wie es scheint. Nicht selten fallen die ahnungslosen Spekulanten auf FAKE-News rein und die Kryptowährungen werden zum Spielball für Otto-Normalverbraucher. Die Anziehungskraft der Blockchain ist unverkennbar. In den sozialen Netzwerken, beim Gespräch in der Bar oder beim täglichen Smalltalk im Büro, Bitcoin, IOTA, Ethereum, Litecoin bestimmen die Inhalte der Konversationen. Durchhalteparolen, Hodl, Hodl, Hodl und Storys über angeblich so erfolgreich abgeschlossene Trades. Spätestens bei den Kurszielen brennt mit manchen die Vorstellungskraft durch, oder der Lamborghini. Ach so, dafür hat es dann wiederrum nicht gereicht. Verrückte Welt!

Voll der Kryptogegner – Denkst du dir jetzt bestimmt, oder? Verüble ich dir nicht, nur wirkt es auf dich nicht auf befremdlich, wie binnen weniger Monate jeder zum Trader und Finanzexperte wurde? Ich meine Menschen aus meinem Umfeld erklären mir auf einmal wie normal die Kursrücksetzer sind, dass ich eigentlich nicht verlieren kann und überhaupt, sie sind die Trading-Rockstars, Visionäre und Revolutionäre gegen das Finanzsystem. Mir persönlich fehlt bei den Aussagen einfach die Substanz. Jeder der einmal in einem Pennystock investiert und dabei an den Hotstock des Jahres geglaubt hat, der kennt die Verhaltensweisen, die Euphorie. Der Stern Krypto leuchtet bei vielen dabei so stark, dass sie sich mit Fragen wie der Verlustbegrenzung, der Gewinnmitnahme, dem Money- und Riskmanagement, dem Führen eines Tradingtagebuches oder einer Strategie nicht auseinandersetzen. So geblendet sind Manche.

Du offenbar nicht, denn du möchtest etwas über das Newstrading erfahren und genau damit möchte ich beginnen. Eine Ausbildung zum Newstrader und weitere Lerninhalte für eine fundierte Trading Ausbildung biete ich dir übringens auf der TRADEMY an.

Video: Einige wissenswerte Informationen zu den Arten von News und den Erwartungswerten.

Newstrading – IOTA und das Microsoft dementi

Am 12.12.2017 notierte der IOTA-Schlusskurs bei 3,93 Euro. Einen Tag später liefen am frühen Morgen und gegen Mittag folgende Headlines über den Nachrichtenticker:

  • Microsoft dementiert Zusammenarbeit mit IOTA – t3n
  • IOTA: Microsoft dementiert Kooperations-Gerüchte – COMPUTER BILD
  • IOTA-Kurs im Abwärtstrend: Verwirrung um Partnerschaft mit Microsoft – PC Magazin

Obwohl sich der Chart des Bitcoin (siehe unten) als Indikator für die Verfassung des Marktes im Aufwärtstrend befand, schlug die Meldung ein wie eine Bombe. Der IOTA-Kurs viel zeitweise auf deutlich unterhalb von drei Euro.

Bild: Am 12.12.2017 befand sich der Bitcoin im Aufwärtstrend und somit in einer bullischen Marktphase. Prinzipiell werden in solchen Märkten ausschließlich positive Meldungen gehandelt. Das Dementi von Microsoft zur Zusammenarbeit mit IOTA hatte jedoch so großen Einfluss, dass die positive Marktstimmung die drohenden Kursverluste nicht abmindern konnte. Bildquelle: coingecko.com
Der Kurs von IOTA verlor deutlich an Boden, als Microsoft eine mögliche Zusammenarbeit dementierte.
Bild: Microsoft war einer der Stützpfeiler des Kurses. Die Nachricht bringt also so viel Gewicht mit und ist so einfach zu deuten, dass du problemlos das Setup hättest handeln können. Bildquelle: coingecko.com

Die News zu handeln wäre relativ einfach. In Zeiten, wo jede noch so kleine Nachricht gefeiert wird und der Kurs kein halten mehr kennt, funktioniert das auch in die andere Richtung. Es liegt in der Natur des Menschen, dass er bei solchen Hiobsbotschaften kalte Füße bekommt. Als Trader im Cryptomarkt handelst du nicht gegen die Smart Money, also Fonds oder institutionelle Anleger, sondern gegen den Postboten oder der Verkäuferin vom Supermarkt. Die daraus resultierende hohe Volatilität eröffnet dir binnen kürzester Zeit hohe Gewinne.

Wie hätte der Trade nun konkret aussehen können. Wenn du Kryptowährungen handeln möchtest, dann musst du dich als erstes mit den Argumenten, die für die Währung sprechen auseinandersetzen. Bei IOTA war das Microsoft. Auf eine intensive Zusammenarbeit hofften alle „Investoren“. Diese Tatsache löste Kursfantasien aus und fütterte die Gier jedes einzelnen Anlegers. Als diese Meldung nun über die Ticker lief, musst du die Wichtigkeit interpretieren. In diesem Fall war es eindeutig – Wichtiger ging es kaum!!!

Nachdem du die Lage eingeschätzt hast, gehst du zu einem entsprechenden Broker, wo du IOTA leerverkaufen kannst oder ohne Fachtermini: Wo du auf fallende Kurse spekulieren kannst. Möglich ist das zum Beispiel bei Plus500. Eine Sache ist dabei ganz wichtig. Du kaufst bei diesen Brokern IOTA nicht in Wirklichkeit, sondern ein Derivat, welches den Kurs abbildet.

Der Schlusskurs vom Hoch der letzten Tage lag bei 4,28 Euro. Wenn du also zu 3,98 Euro eingestiegen wärst, dann könnte deine Verlustbegrenzung bei 4,28 Euro liegen, also 30 Cent oberhalb deines Einstands. In relativen Zahlen entspricht das einem Risiko von 7,5 Prozent. Um ein CRV von 2:1 zu erzielen, müsste der Kurs mindestens auf 3,38 Euro fallen. Was auch in den nächsten Stunden und Tagen passiert ist. Abhängig von deiner mentalen Stärke hättest du dann die erste Hälfte oder die ganze Position verkauft und einen Gewinn eingefahren.

Newstrading ist kein Akt von Wochen. Nutze das Momentum aus und stelle binnen Stunden oder einiger weniger Tage deine Position wieder glatt.

Newstrading – IOTA und der Bosch Einstieg

Bleiben wir bei IOTA und schauen uns den die Kerze vom 19.12.2017 an. An diesem Tag eröffnete der Kurs bei 4,1369 USD und erreichte in der Spitze eine Notierung von 5,7731 USD. Das entspricht einen Anstieg von knapp 40 Prozent. Der Grund dafür war schnell ausgemacht:

  • Offiziell! Bosch investiert in IOTA – Der Aktionär
  • IOTA: Bosch investiert hohe Summe in Berliner Kryptowährung – T3N

    Der Kurs explodierte für einen Tag. Das bewirken News im Cryptomarkt
    Bild: Der Einstieg von Bosch beflügelte sofort den Kurs. Ein sofortiger Einstieg hätte dir einen schönen Gewinn beschert. Bildquelle: plus500.de

Wie beim Newstrading ganz normal, befindet sich der Markt nach der Veröffentlichung einer News in einer Findungsphase. In dieser Phase sind Übertreibungen ganz normal. Im Aktienmarkt würde ich von einem Investment abraten, weil die Tragweite der News nicht abgeschätzt werden kann. Wenn für das Unternehmen XYZ eine Analysteneinschätzung veröffentlicht wird und das darin enthaltene Kursziel deutlich oberhalb des aktuellen Kurses liegt (mindestens 30 Prozent), dann kann ich die Meldung einschätzen, weil ich die Konsensschätzungen der anderen Analysten habe. Im Fall von IOTA wird einfach nur geschrieben, Bosch ist investiert. Wie oben bereits erwähnt, musst du die Marktteilnehmer kennen und im Kryptobereich sind es eben viele Kleinanleger, die sich daraus den großen Reibach erhoffen. Das kannst du auch hier ausnutzen und sofort eine Long-Position eröffnen.

Die Haltedauer ist hier entscheidend. Wenn du tradest, dann nur kurzfristig und mit klarem Kursziel und einem Stop-Loss. Während die Welt der Tangle-Technologie den Kurszuwachs feierte, relativierte sich die Meldung, über den Einstieg von Bosch. Am Ende hat die Bosch Venture Capital GmbH, ein Unternehmen von Bosch eine beachtliche Menge an IOTA Token erworben. Was in diesem Zusammenhang „beachtlich“ heißt, weiß natürlich niemand. Weshalb die Euphorie auch wieder schnell verschwunden ist.

Newstrading – Fazit

Abschließend möchte ich noch einige allgemeine Dinge zum Newstrading loswerden. In dieser Strategie ist das Wort „Trading“ enthalten. Wenn du keine Gewinne mitnimmst und die Position hodlst:D, dann wird daraus schnell ein Investment. Darum geht es bei der hier vorgestellten Strategie nicht.

Vielleicht denkst du dir jetzt: Martin Brosy, deine Beispiele sind ja schön und gut, aber wer kann schon wissen, wann die nächste relevante News kommt. Willkommen im Leben eines Traders. Du bist eben kein Trader, wenn du einfach ein paar Euro in einen Token-Pre-Sale investierst und hoffst, dass sich die Bitcoinstory wiederholt. Setze dir lieber die neuen Coins aus den jüngsten ICOs auf die Watchlist und sobald dort eine News reinkommt, weisst du was zu tun ist und glaube mir, hier gibt es einiges an Geld zu verdienen.

In diesem Sinne – Scheiss auf HODL, sondern Trade das Ding!!!

Martin Brosy

Über Martin Brosy

Ich bin Trader, Investor und Unternehmer. Für monatlich 27 Euro kannst du dich im Mitgliederbereich von https://www.trademy.de/ zum Trader ausbilden lassen und sogar einige Zertifikate erhalten. Dafür musst du unsere Online-Prüfung bestehen.

Quelle Titelbild: iota.org