Der Automobilhersteller Tesla verklagt dseine ehemaligen Angestellten Martin Tripp auf mehr als 167 Millionen US-Dollar. Bereits seit dem Frühjahr 2018 sind Tripp und Tesla in einen erbitterten Rechtsstreit verwickelt. Grund für diesen waren Tripps Behauptungen, der Elektrofahrzeughersteller verwendete fehlerhafte Batterie-Herstellungspraktiken und verschweige relevante Informationen vor den Aktionären.

Tesla hatte Tripp in der Vergangenheit daraufhin u.a. als unglücklichen Ex-Angestellten bezeichnet und der Vorstandsvorsitzende Elon Musk spielte auf ihn als „Saboteur“ in unternehmensinternen E-Mails an.

Tesla: 167 Millionen US-Dollar Klage gegen den ehemaligen Angestellten

In der Klage, die der Elektroauto-Hersteller im Juni eingereicht hatte, machte Tesla geltend, Tripp, ein früherer Prozessingenieur, habe illegal Daten exportiert und falsche Angaben gegenüber Reportern gemacht.

Tripp selbst hatte zuvor in mehreren Pressegesprächen behauptet, Tesla habe in seiner massiven Batteriefabrik außerhalb von Reno, Nevada, schlechte Herstellungspraktiken betrieben und möglicherweise beschädigte Batteriemodule in seinen Modell-3-Fahrzeugen verwendet. Dies stelle laut Tripp eine Gefährdung für die Fahrer der Elekto-Limousine dar.

Trip fordert Absetzung bei Tesla

Am 27. November wurde in einem Zwischenbericht zum Rechtsstreit enthüllt, dass die Anwälte von Tripp planen, Tesla-CEO Elon Musk und weitere Personen, die mit dem Unternehmen in Verbindung stehen, abzusetzen.

Tripps Anwälte konterten, nachdem Tesla die Anliegen des ehemaligen Mitarbeiters abschmetterte, mit folgender Aussage: „Tesla hat gegen Herrn Tripps Wunsch, mehr als 10 Personen abzusetzen, Einspruch erhoben … In diesem Fall, in dem Herr Tripp auf mehr als 167.000.000 $ verklagt wird, und gegen Tesla mehr als zehn Gegenforderungen geltend gemacht hat, sind Absetzungen sicherlich als vernünftig und angemessen anzusehen.“

Robert D. Mitchell, der Rechtsanwalt von Martin Tripp, erklärte in einer E-Mail an CNBC: „Der angebliche Schadenbetrag, den Tesla geltend gemacht hat, bezieht sich auf angebliche Kursverluste von Tesla aufgrund der Informationen, die Mr. Tripp der Presse im letzten Sommer zur Verfügung gestellt hat.“ Außerdem bezeichnete er die Geltendmachungen als „absurd“.

Martin Tripp und die Whistleblower-Beschwerde gegen Tesla

Die Klage in Nevada unterscheidet sich von einer Whistleblower-Beschwerde, an der Tripp beteiligt ist. Anfang Juli reichte Tripp eine förmliche Beschwerde bei der Securities and Exchange Commission ein, in der er geltend machte, Tesla habe „wesentliche Auslassungen und falsche Angaben“ an die Anleger hinsichtlich der fehlerhaften Herstellungspraktiken und der Behandlung von Schrott in der Gigafactory weitergegeben.

Tripp wurde von Meissner Associates in der Whistleblower-Angelegenheit vertreten, vertritt sich aktuell jedoch selbst, erklärte Anwalt Stuart Meissner. Meissner lehnte eine weitere Stellungnahme auf Nachfrage der CNBC ab. Auch Tripp wollte keine Stellungnahme zur aktuellen Situation abgeben.

Bildquelle: Tesla