Die Mobilfunk-Tochter der Deutschen Telekom, die T-Mobile US, präsentierte am Dienstag nach Börsenschluss in einer Halloween-themed Pressekonferenz ihre Zahlen für das 3. Quartal 2018. Und die können sich wirklich sehen lassen. Mit einem Kundenzuwachs von 1,08 Millionen und nach Abzug von Kündigungen 774.000 neu abgeschlossenen Telefonverträgen unter eigenen Marke, übertrifft das Mobilfunk-Unternehmen nicht nur seine eigenen Erwartungen sondern auch die der Wall-Street-Analysten.

T-Mobile US – rasantes Wachstum und 45 % mehr Gewinn

Und auch bei den Umsätzen lässt sich der rasante Kundenzuwachs deutlich erkennen. So kletterte der Erlös im Jahresvergleich um 8 Prozent auf 10,8 Millionen US-Dollar. Beim Gewinn legte das Unternehmen sogar um 45 Prozent zu und erwirtschaftete 795 Millionen Dollar. Auch hier übertraf das Ergebnis deutlich die Prognosen der Analysten. Nachbörslich drehte der Aktienkurs ins Plus und stieg in einer ersten Reaktion auf die Quartalszahlen um fast 3 Prozent.

Erfolgskurs und Übernahme-Pläne bei T-Mobile US

Der aktuelle Erfolgskurs des Unternehmens könnte auch ein Faktor in der angestrebten Übernahme des Konkurrenten Sprint sein. Aktuell bemüht sich T-Mobile US den kleineren Mobilfunk-Anbieter für rund 26 Milliarden Dollar zu übernehmen und wartet auf eine abschließende Entscheidung der US-Behörden.

Laut Wells Fargo Analystin Jennifer Fritzsche stehen die Zeichen recht positiv, dass einer Übernahme zugestimmt wird. So sieht sie eine 70-prozentige Chance, dass der Deal eine regulatorische Zustimmung bekommt und die Übernahme bereits im Frühjahr anstehen könnte. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass es bis zum ersten Quartal 2019 zu einer Genehmigung kommen könnte“, erklärt die Expertin gegenüber dem Handelsblatt. Es gibt jedoch auch Analysten, die die aktuellen Rekordzahlen als Negativ-Faktor für die anstehende Mobilfunk-Hochzeit sehen. So argumentierten die T-Mobile US und Sprint, dass man sich gegenseitig bräuchte, um den größten Konkurrenten Verizon und AT&T Stirn bieten zu können. Die aktuellen Zahlen der T-Mobile US zeigen jedoch, dass das Unternehmen durch aggressive Preispolitik und umfangreiche Marketingaktionen sehr wohl bereits im Stande ist, AT&T immer mehr Kunden abzuwerben.

Niedrige Preise und guter Service sind Erfolgskonzept der T-Mobile US

Nach wie vor ist die Telekom-Tochter zwar noch weit entfernt von den beiden Marktführern, gilt jedoch als heißestes Runner-up der US-Branche. Die Anleger freut es und die Hoffnung, dass T-Mobile US auch in der Zukunft mit niedrigen Preisen und besserem Service Kunden der Konkurrenten abwerben kann, ist groß, auch wenn immer die bange Frage mitschwingt, wann der Markt gesättigt ist.

Vorerst bleibt man aber positiv gestimmt im Hause T-Mobile. Das Unternehmen korrigiert nach der Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen seine Prognose für das Abonnentenwachstum 2018 von 3,6 Millionen auf 4,1 Millionen.

Bildquelle: T-Mobile