Schwierige Zeiten für Tesla. Das Unternehmen veröffentlichte am Mittwoch nach US-Börsenschluss seinen dritten Quartalsbericht und musste eingestehen, dass es tiefer in den roten Zahlen steckt als gedacht. Mit 619 Millionen Dollar Quartalsverlust (im Vergleich: 2016 erzielte das Unternehmen einen Jahresverlust von 888 Millionen Dollar) fiel der Bericht für die Anleger ziemlich ernüchternd aus und die Aktie fiel nachbörslich um 5%. Auch der Umsatzzuwachs von 30% auf 3 Milliarden Dollar konnte an dieser Reaktion nichts ändern. Grund für den Rekord-Verlust sind die extrem hohen Produktionskosten des Model 3, mit dem der Luxus-Autohersteller die breite Masse erobern will.

Produktionsschwierigkeiten beim Model 3

Tech-Millionär und Tesla Chef Elon Musk hatte bereits im Oktober gewarnt, man befinde sich mitten in der Produktionshölle und nun ist klar, die Fertigungsziele von 10.000 Fahrzeugen pro Woche sind nicht einzuhalten. Man peile nun eine Auslieferung von wöchentlich 5.000 Autos für Ende des ersten Quartals 2018 an. In einem Statement an die Aktionäre sprach Must von einer enormen Herausforderung beim Anlauf der Massenproduktion, stellte jedoch klar, dass das Unternehmen Fortschritte machen würde, die Engpässe zu lösen. Wann die Schwierigkeiten in der Produktion behoben werden könnten, sei aber zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer vorauszusagen. Bislang konnte das Unternehmen nur 260 fertige Modelle des Model 3 vom Band liefern.

Aber nicht nur die Produktion des Model 3 verläuft stockend. Auch die Produktionsziele der Premium-Fahrzeuge Model 6 und Model X, die mit Preise über 100.000 Euro das Wachstum von Tesla antrieben, wurden nicht erreicht.

Aufgrund der großen Pläne und den hohen Erwartungen an Teslas ersten Mittelklassewagen, konnte sich der Autokonzern über 500.000 Vorbestellungen freuen. An der Börse sorgte die Idee eines massenkompatiblen E-Fahrzeugs für einen wahren Begeisterungssturm und einen Anstieg der Aktie über 50%. Zeitweise sprach man sogar, trotz vergleichsweise winziger Produktion zu Branchenriesen wie General Motors, von Tesla als wertvollsten US-Autokonzern am Markt. Entsprechend groß ist nun die Enttäuschung über die aktuellen Zahlen.

Bildquelle: Tesla