Ein Startup will hoch hinaus – vier Meter um genau zu sein. Das Bostoner Unternehmen Transit X plant mit seinem kürzlich vorgestellten Entwurf den urbanen Straßenverkehr über die Köpfe der Passanten und die Dächer der PKWs zu verlagern und so für eine allgemeine Entspannung im Verkehr zu sorgen. Dazu will es die Innenstädte der großen Metropolen mit Anlagen für den Gebrauch von schwebenden Gondeln, den sogenannten Pods, ausstatten.

Transit X – Schwebende Pods statt PKWs im Stau

Die selbst fahrenden Kapseln sollen zukünftig Passagiere, wenn möglich ohne nervige und zeitaufwendige Zwischenstops durch die Städte befördern. Geführt werden die Pods durch Gleissysteme, unter denen sie dann hängend durch die Straßen gleiten. Der Antrieb soll durch Solarzellen sowie Batterien in den Stützen des Gleisnetzwerkes bewerkstelligt werden. Um möglichst effizient zu sein, dennoch aber keine Massen pro Kapsel zu transportieren, sollen die Pods Platz für 5 Personen bieten. Auch für Rollstuhlfahrer oder Frachtgüter soll es spezielle Pods geben. Soll? Ja, soll. Denn auch wenn die Idee toll klingt, ist bis jetzt alles nur Theorie. Produziert wurde noch keine der geplant nur 45 Kilogramm schweren, aus Kohlenstofffasern hergestellten, Kapsel.

Flächendeckendes Gleissystem ist Voraussetzung für Transit X

Um das Projekt jedoch richtig umzusetzen, müsse vorher garantiert werden,. dass das Netz flächendeckend ausbaubar sei. Dabei müssen man sicherstellen, dass die Passagiere fast überall aussteigen können, um das neue Verkehrsmittel auch anzunehmen. So spricht Transit X CEO Mike Stanley von einem lückenlosen „Universalmodell“. Per App sollen die Kunden dann festlegen, an welchen Zielen sie aussteigen wollen. Plattformen für das Ein- und Aussteigen dienen zur Überbrückung der Höhe. Um tatsächlich einen Vorteil zum normalen Straßenverkehr zu bieten, soll für haltende Pods ein entsprechendes Ausweichgleich zur Verfügung gestellt werden. Somit soll sicher gestellt werden, dass der nachfolgenden Verkehr nicht aufgehalten wird.

Transit X in der Höhe liegt die Zukunft

Neben den theoretischen Plänen, die urbane Personenbeförderung in die Höhe zu verlagern, gibt es Modell, die eine Verlegung des Verkehrs in die Tiefe vorsehen. So baut der Investor und Unternehmer Elon Musk mit seiner The Boring Company bereits erfolgreich an einem unterirdischen Tunnelsystem unter Los Angeles. Testfahrten sollen bereits dieses Jahr möglich sein. Beide Varianten sind zeit- und kostenintensiv und ob einen flächendeckende Anbindung der Stationen möglich ist, wird die Zeit zeigen. Klar ist, dass das Konzept der Bostoner dem Tunnelsystem Musks einiges voraus hat, denn Bohrungen und unterirdische Bauarbeiten sind deutlich schwieriger und teurer als die Installation oberirdischer Gleissysteme.

Transit X verspricht Kommunen nicht nur, dass die urbanen Flächen zukünftig besser genutzt werden können, sollten große Parkplätze und mehrspurige Straßennetze überflüssig werden, sondern auch, dass das System sich nach kurzer Zeit selbst tragen können. So gehen die Bostoner von Betriebskosten von unter fünf Cent pro Passagiermeile aus. Diese Berechnungen gehen aus einem Beispiel hervor, in dem eine Installation der Pods in einem Vorort von Manila, Philippinen, stattfindet.

Dennoch bleibt abzuwarten, welche nächsten Schritte bei Transit X folgen werden, um den Traum vieler geplagter Städter von einem stressfreien Bewegen in der City zu verwirklichen. Noch in diesem Jahr soll jedoch in Boston ein Pilotsystem vorgestellt werden.

Bildquelle: Transit X