Die massive Datenpanne im Jahr 2016 kostet den Ridesharer Uber nun 148 Millionen Dollar. Darauf einigte sich das kalifornische Unternehmen nun mit 50 Bundesstaaten und Washington, DC. Die Zahlung erfolgt als Strafe für die Verstöße gegen US-amerikanische Datenpraktiken, die im Jahr 2016 mehr als 57 Millionen Uber Fahrgäste und Fahrer betroffen hatte. Bei dem Hack wurden neben personenbezogenen Kunden-Daten auch 600.000 Führerscheinnummern offengelegt.

Uber-Datenskandal: Hohe Strafzahlung für peinliche Handhabung des Hackerangriffs

Die beschlossene Zahlung schein vorerst eine kostspielige Lösung für eine peinliche Vertuschungsaktion, bei der Uber versuchte, den Datenklau unter den Tisch zu kehren. Erst ein Jahr nach dem Bruch, gestand der neue CEO, Dara Khosrowshahi, den Hacherangriff unter Alt-CEO und Uber-Mitgründer Travis Kalanick. In der Zwischenzeit verhandelte das Unternehmen mit den Hackern und bot ihnen 100.000 Dollar für die Vernichtung der Daten. Statt den Vorfall den Aufsichtsbehörden zu melden, entschied man sich vorerst dafür, Stillschweigen zu bewahren. Unter den Betroffenen befanden sich damals neben US-Amerikanern u.a. auch Briten, Australier und Uber Kunden von den Philippinen.

Vielleicht auch gerade wegen der ungeschickten Handhabung der Angelegenheit, fiel die vereinbarte Summe deutlich höher aus, als bei vergleichbaren Datenpannen anderer Konzerne. So wurde die Target Group 2017 beispielsweise für den Verlust von 41 Millionen Kundendaten lediglich zu einer Zahlung von 18,5 Millionen Dollar verpflichtet.

Strafzahlung und Reform der Geschätfspraktiken für Uber

Die aktuelle Vereinbarung sieht neben der Zahlung auch eine Veränderung der Geschäftspraktiken Ubers vor, um zukünftige Verstöße zu vermeiden. Damit wird die gesamte Unternehmenskultur des in San Francisco ansässigen Ridesharers reformiert. Die Übereinkunft sieht auch eine regelmäßige Meldung von Zwischenfällen vor. So muss Uber vierteljährlich Berichte über Datensicherheitsvorfälle erstellen. Außerdem soll ein leitender Mitarbeiter mit Hilfe eines Informations-Sicherheitsprogramms  Angestellte und den Verwaltungsrat beraten.

Uber zeigt sich geläutert und verspricht Besserung

Nach der Vereinbarung und der Offenlegung aller Fakten zeigt sich da Unternehmen geläutert und verspricht, alles daran zu setzen, Kunden und Fahrer in Zukunft besser zu schützen. „Wir wissen, dass es nicht einfach ist, das Vertrauen unserer Kunden und der Aufsichtsbehörden zu gewinnen, mit denen wir weltweit arbeiten“, versichert Tony West, Chief Legal Officer von Uber. „Wir werden weiterhin in Schutzmaßnahmen investieren, um unsere Kunden und ihre Daten sicher und geschützt zu halten und wir verpflichten uns zu einer konstruktiven und kooperativen Beziehung mit Regierungen auf der ganzen Welt.“

Auch wenn das Unternehmen Versäumnisse eingesteht und Besserung verspricht, betont der kalifornische Generalstaatsanwalt Xavier Becerra, dass es sich bei dem Vergehen und der anschließende Handhabung keinesfalls um eine Lappalie handelt. „Ubers Entscheidung, diesen Verstoß zu vertuschen, war eine eklatante Verletzung des öffentlichen Vertrauens. In Übereinstimmung mit seiner Unternehmenskultur zu dieser Zeit hat Uber den Bruch unter Missachtung des Gesetzes unter den Teppich gekehrt.“ Insgesamt wird Kalifornien rund 26 Millionen Dollar von Uber erhalten. Diese Summe wird unter der Staatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft San Franciscos aufgeteilt, erklärte eine Sprecherin Becerras.

Uber zieht Konsequenzen aus dem Datenskandal

Als Konsequenz des Skandals feuerte Uber CEO Khosrowshahi die zwei höchsten Sicherheitsbeamten des Unternehmens. Auch andere Mitarbeiter mussten die Firma nach Bekanntwerden des Datenbruchs verlassen. Kürzlich verpflichtete Uber dann einen neunen Chief Privacy Officer sowie einen Chief Security Officer.

Auch wenn die Angelegenheit auf staatlicher Seite wohl geklärt scheint, zieht die Datenpanne noch immer weitere Klagen nach sich. So gibt es noch immer Fahrer und Kunden, sowie die Städte Chicago und Los Angeles, die juristisch gegen Uber vorgehen wollen.

Bildquelle: Uber