Was für eine Erfolgsgeschichte: Das Münchener Tech-Startup Celonis hat in der aktuellen B-Finanzierung nicht nur satte 50 Millionen Dollar eingesammelt, sondern auch von seinen Altinvestoren Achel und 83North eine Bewertung von einer Milliarde Dollar erhalten. Damit zählt das Unternehmen zu den wenigen deutschen Einhörnern, also Firmen, die vor einem Börsengang oder Exit bereits eine Marktbewertung von einer Milliarde Dollar erhalten.

Celonis: Process-Mining-Software aus München

Celonis wurde 2011 von Martin Klenk, Bastian Nominaler und Alexander Rinke gegründet und bietet seitdem eine Process-Mining-Software an, die es Unternehmen erlaubt Abläufe und Prozesse genauer zu analysieren. So können beispielsweise Engpässe oder Probleme in der Lieferkette schneller entdeckt und behoben werden. Aber auch der Bereich des Kundenservices profitiert von der Software der Münchner. So nutzt seit Kurzem auch das Rideshare-Startup Uber, welches momentan verstärkt mit uberAIR an einer Möglichkeit arbeitet, den urbanen Personenverkehr in die Lüfte zu verlagern, das Angebot von Celonis, um den Customer Service zu optimieren. Und auch weitere große Namen lassen sich im Kundenportfolio der Münchner finden. Dazu gehören u.a. Merck, Shell, Exxon und die Deutsche Telekom. Im Gespräch mit Gründerszene verrät Gründer Alexander Rinke „Lange Zeit haben Unternehmen ihre Produktivität erhöht, in dem sie Arbeitskräfte in billigere Länder ausgelagert haben“. Da diese heutzutage nicht mehr funktioniere, konzentrieren sich die Firmen nun verstärkt auf die internen Abläufe und damit wird auch die Analyse-Software von Celonis immer interessanter für diese Unternehmen.

Celonis: Früher Erfolg ohne große Investoren

Besonders beeindruckend ist die Erfolgsgeschichte der Münchner, wenn man bedenkt, dass das Gründerteam in den ersten fünf Jahren auf Inverstorengelder verzichtete. Von Anfang an trug sich das Unternehmen selbst und auch die Expansion in die USA im letzten Jahr konnte aus den laufenden Einnahmen finanziert werden. Auch wenn das Startup in 2017 erstmals rund 30 Millionen Dollar von den Investoren Accel und 83North einsammelte und auch Business Angels wie den Hybris Gründer Carsten Thoma ins Boot holen konnten, will man im Hause Celonis die Zukunft des Unternehmens nicht auf diese Finanzierungen stützen. So verrät Rinke: „Wir haben das Geld aus der Finanzierungsrunde nicht aufgenommen, um das operative Geschäft zu finanzieren. Wir haben noch keinen genauen Plan, wie wir die Mittel verwenden.“ Vielleicht werden die Rücklagen späterer Zukäufe oder Expansionen in strategische Märkte ermöglichen.

Bildquelle: Celonis