Laut einem aktuellen Gerichtsbeschluss muss die Plattform Coinbase die Daten tausender Krypto-Händler der US-amerikanischen Steuerbehörde IRS (Internal Revenue Service) offenlegen. Diese hatte versucht, gegen die Plattform einen entsprechenden Beschluss zu erwirken, nachdem Coinbase der Aufforderung, sämtlich Userdaten inkl. aller Kontobewegungen an die Behörde weiterzuleiten, widersprach. Nachdem die Verantwortlichen der Kryptohandelsplattform Coinbase aufgrund der eigenen Firmenpolitik und zum Schutz der finanziellen Privatsphäre ihrer Kunden die Zusammenarbeit mit der Finanzbehörde verweigerten, hatte nun ein Richter zu entscheiden, in welchem Ausmaß Coinbase Daten zur Verfügung stellen muss.

Coinbase Urteil – Welche Daten müssen übermittelt werden?

Auch wenn das Urteil für tausende User bedeutet, dass jegliche Transaktionen, sowohl im eigenen Konto also auch jede Interaktion mit anderen Usern und Coinbase selbst, weitergegeben werden müssen, ist der Richterspruch des kalifornischen Bundesgerichtshofes ein Jahr nach Eröffnung des Verfahrens ein kleiner Teilerfolg für die Kryptoanleger. Denn auch wenn die IRS ursprünglich die Übermittlung jeglicher verfügbarer Daten, wie bspw. Name, Anschrift und Steuernummer, sowie alle Aktivitäten auf dem User-Konto sowie mit Konten anderer User, einforderte, entschied das Gericht, dass es keine Grundlage für die Preisgabe all dieser Informationen sehe und die alleinige Vermutung, dass einige Kryptoanleger ihre Gewinne nicht steuerlich erfassen lassen, nicht ausreiche, um sensiblen Daten in diesem Ausmaß zu erfassen.

Das Gericht entschied damit, dass Coinbase lediglich User, die im Jahr mehr als 20.000 Dollar auf ihren Konten bewegen, bei der Finanzbehörde melden muss. Betroffen sind laut Schätzungen der Plattform momentan 14.355 Cryptocurrency-Händeler. Aktuell prüft Coinbase den Beschluss und informiert betroffene User, bevor sie deren Daten an die IRS weitergeben.

Coinbase – kleiner Sieg über die Finanzbehörde IRS

David Farmer, Head of Global Business Operations and Communications bei Coinbase, schreibt in einem Statement auf dem firmeneigenen Blog: „Auch wenn wir sehr enttäuscht sind, dass wir die Vorladung nicht komplett abwehren konnten, sind wir stolz für unsere Kunden gekämpft zu haben und dieses Ergebnis als kleines Unternehmen gegen eine große Regierungsbehörde erzielt zu haben.“

Ins Rollen wurde der Prozess gebracht, nachdem die Relation von laut der Plattform rund 6 Millionen Coinbase-Usern und lediglich 1.000 registrierten US-Bürgen, die bei der Erfassung ihrer Steuer den Handel mit Kryptowährungen angaben, auffiel.